Bundesvorsitzender der Lebenshilfe besuchte Kaffeerösterei „Samocca“
Magdeburg, 11.10.2011
Robert Antretter, Bundesvorsitzender der Lebenshilfe e.V., war am Dienstag, 11. Oktober 2011, in Quedlinburg zu Gast. Bei seinem Arbeitsbesuch hat er Projekte der Lebenshilfe Harzkreis-Quedlinburg besuchen und ist mit Vertretern des Landesverbandes der Lebenshilfe e.V. und der Politik ins Gespräch gekommen. Auch Probleme der hiesigen Lebenshilfen wurden diskutiert, in der Hoffnung, auf Bundesebene Lösungen zu finden.
So sorgen derzeit die Hartz IV-Regelung für Menschen mit Behinderungen sowie die Kindergeld-Abzweigung für Zündstoff.
Gesprächspartner waren u.a.:
Birke Bull und Marcus Hoppe vom Landesverband der Lebenshilfe Sachsen-Anhalt e.V.
Vertreter des Vorstandes der LH Harzkreis-Quedlinburg
Vertreter des Elternkreises der LH Harzkreis-Quedlinburg
Heike Brehmer, MdB (CDU)
Hintergründe:
„Samocca“ ist gelebte Integration. Die Kaffeerösterei mit angeschlossenem Café ist ein weiteres Angebot für Menschen mit Behinderungen im Sinne der beruflichen Rehabilitation und Teilhabe. Zu den Arbeitsfeldern gehören anspruchsvolle, vielfältige und kreative Tätigkeiten mit direktem Kontakt zu den Kunden.
Hartz IV: Menschen mit Behinderungen ab dem 25. Lebensjahr ohne eigenen Haushalt erhalten nur 80 Prozent des vollen Regelsatzes von 364 Euro. Das sind 73 Euro weniger. Nicht behinderte Hartz-IV-Empfänger über 25 Jahre, die noch bei ihren Eltern leben, bekommen dagegen den vollen Satz gezahlt. Die Lebenshilfe fordert, diese Form der Diskriminierung sofort zu stoppen.
Kindergeld: Eltern behinderter Kinder haben Anspruch auf Kindergeld auch, wenn die Kinder älter als 25 Jahre sind und das Einkommen des Kindes nicht zum Leben reicht. Die Sozialämter dürfen unter bestimmten Bedingungen das einbehalten (abzweigen). In Sachsen-Anhalt passiert dies oft pauschal, ohne die individuellen Bedürfnisse der Kinder zu berücksichtigen. Das führt in vielen Elternhäusern zu finanziellen Engpässen. Die Lebenshilfe plädiert hier für eine stärkere Einzelfallprüfung.
Die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. ist ein Verband der Freien Wohlfahrtspflege. Mit seiner Gründung am 8. September 1990 als gemeinnütziger Verein ist der Landesverband heute Dachorganisation von 28 Orts- und Kreisvereinigungen und 16 gemeinnützigen Gesellschaften. Das Ziel der Lebenshilfe ist, Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen zu helfen, ein möglichst selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben zu ermöglichen. Die Lebenshilfe Sachsen-Anhalt ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband Sachsen-Anhalt.

